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Fragen zum HaraFAQ's


Warum braucht der moderne Mensch ein Hara?

Der Mensch in der heutigen Zeit hat ganz andere Anforderungen an den gesamten Organismus und besonders an das Gehirn. Der Mensch hat ein sehr komplexes System, dass sich entwickelt durch die Art der Benutzung, was manin der Gehirnforschung die Neuroplastizität nennt. Das heisst, dass die Areale die wir am meisten benutzen, größerwerden und mehr Aktivität verzeichnen. Durch unsere Art der Arbeit und durch den Medienkonsum leben wir in einer vergeistigten Welt. Der Kontakt zum Hara stellt einen Gegenpol zu der Verselbständigung geistiger Prozess dar. Eine bewusste Entscheidung das Hara zu kultivieren gibt uns die Möglichkeit zu Ruhe und Kraft zu kommen und uns im Hier und Jetzt zu verankern.



Gehören Erdung und Bauchgefühl zusammen?

Diese drei Dinge gehören zusammen: Bewusstsein im Hara, Erdung und dadurch die bewusste Wahrnehmung der eigenen Impulse und des eigenen Willens. Durch Konditionierung kann uns dieser natürliche Kontakt zu den eigenen Bedürfnissen verloren gehen und wir verlieren somit auch den Kontakt zum Bauchgefühl. Über Erdung und Hara-Zentrierung können wir diese natürliche im Körper angelegte Fähigkeit wieder herstellen.



Kopf, Herz und Hara, wie hängt das zusammen?

In traditionellen Texten wird oft darüber gesprochen, dass wir drei Hauptzentren haben: Kopf, Herz und Hara. Damit sind auch drei Grundfunktionen gemeint: Denken, Fühlen und Sein verbunden mit Kraft. Wie dir Neurobiologie zeigt, lassen sich diese drei Grundfunktionen nicht auf die Orte Kopf, Brustraum und Bauch beschränken, sondern sie sind in ihren Funktionen miteinander verwoben und verknüpft. Jedoch in der Körpertherapeutischen- und Meditationspraxis können wir durch das Verbinden mit dem Herz Gefühle wahrnehmen und durch unser Bewusstsein im Bauch, im Hara zu Kraft und Ruhe im Hier und Jetzt kommen. Der Bauch verbindet uns mit Vitalität und Kraft, die anknüpft an die Verbindung des Bauchhirns mit dem Stammhirn und uns somit mit unserer Instinkthaften Natur verbindet. Jedes Zentrum ist in sich zuständig für seine jeweilige Qualität und wir brauchen eine ausgewogene zwischen Denken, Fühlen und Kraft die eine Verbindung ist aus Stille und unserer instinkthaften Natur.



Hat das Hara etwas mit unserer Sexualität zu tun?

Der indische Mystiker Osho hat sehr eindrücklich beschrieben wie sehr sich Sexualität vergeistigt hat und über die Fantasie gelebt und angeheizt wird statt sie im Körper mit allen Sinnen zu erleben. Dadurch, dass wir die Verbindung zum Hara verloren haben, und das Vertrauen in die sich aus dem Körper heraus entwickelnden Bewegungen und Impulse, versuchen wir diesen Mangel durch Fantasien auszugleichen. Aus dem Verlust der Verbindung zu uns selbst, zu unserer eigenen Mitte, verlieren wir das lebendige Erleben und die unschuldige natürliche Sinnlichkeit beim Sex.



Was heißt Selbstregulation?

Selbstregulation sind die selbstheilenden Kräfte des Körpers. In uns liegt eine Kraft, die sich in Richtung Gesundheit bewegen will, es ist Teil unserer instinkthaften Natur. Damit diese Selbstheilungskräfte sich entfalten können gehört Vertrauen in den Körper unser Bauchgefühl und die damit verbundenen Bedürfnisse und Handlungsimpulse. Oftmals haben wir den Zugang zu den natürlich gesunden Bedürfnissen und Handlungsimpulsen verloren und verwechseln sie mit Ersatzbefriedigungen und künstlich geweckten Konsumbedürfnissen. Daher ist es wichtig den Kontakt wieder herzustellen und somit wieder Zugang zu dem Potential zu finden, dass in unserer Selbstregulation liegt.



Wird bei der Hara Awareness Massage nur der Bauch massiert?

Nein, um das Hara zu stärken braucht es Erdung, daher arbeiten wir mit dem Energiefluss und Erdungspunkten an den Beinen. Es geht einmal darum den Energiefluss im Bauchraum zu unterstützen da dort der innere Ursprung aller Meridiane liegt. Deswegen wird das Hara auch als Quelle des Lebens bezeichnet. Das heisst also als erstes muss es im Hara, im Bauch fliessen, und dann als zweites ist die Verbindung vom Bauch zum Kopf durch die Wirbelsäule besonders wichtig und damit die Verbindung zu den Organen und vom Bauchhirn zum Gehirn.



Wenn jemand gerade voller Wut ist, kann ihm da der Kontakt mit seinem Hara helfen, wieder runterzukommen?

Wenn wir heftige Emotionen haben – wie zum Beispiel starke Wut – passiert oft folgendes : unsere Energie schiesst nach oben in den Kopf. Wir sind uns dann unserer Füsse nicht mehr bewusst und haben keinen Kontakt mit der Erde. Wenn wir wieder wahrnehmen, wie unsere Füsse auf der Erde stehen, kühlt unser System von selber ab. Ein gutes Beispiel dafür sind die Samurais: Sie schauen mitten in ein gezücktes Schwert und bleiben vollkommen zentriert und fallen nicht in die Angst. Das geht nur, weil sie Boden unter den Füssen haben und sich ihres Haras gewahr sind. Das Hara ist der Platz des Seins. Dort sind wir mit der Existenz verbunden und sind uns unserer Verwurzelung in der Kraft der Erde bewusst. So können wir tatsächlich « runter-», nämlich zurück zur Erde kommen.



Warum haben wir meist keinen Kontakt mit unserem Hara?

Wir werden mit dem Hara geboren. Durch unsere Konditionierung, durch Ideen, die uns vermittelt werden, wie wir sein sollten, wird dieser natürliche Zugang verbaut. Etwas anderes kommt hinzu : als nicht geborenes Wesen ruhen wir im Mutterleib und werden mit allem versorgt, was wir brauchen. Dann wirst du geboren und sofort entsteht eine Bedürftigkeit : du brauchst Wärme, Essen und Liebe. All das kommt von außen und so orientieren wir uns nach außen. Je weniger unsere elementaren Bedürfnisse dann erfüllt werden, desto größer wird die Orientierung nach außen. Umgekehrt bist du mit deiner Mitte verbunden, wenn deine Bedürfnisse erfüllt werden. Bleiben sie in deiner Kindheit zu oft unerfüllt, wartest du, dass jemand kommt und sie befriedigt. Das schafft abhängige Jugendliche und Erwachsene. Diese Außenorientierung bringt uns weg aus unserer Mitte. Durch die Fähigkeit zu uns selbst zurückzukommen und unsere essentiellen Bedürfnisse und emotionalen Impulsewieder wahr zu nehmen, verändert sich unser gesamtes Leben. Wir nehmen es wieder selbst in die Hand, uns um unsere Bedürfnisse zu kümmern. Ich konnte beim Hara-Training immer wieder beobachten, wie sich auch das Beziehungsmuster von Leuten verändert. Und zwar nicht durch bewusstes Darüber-Nachdenken, sondern einfach dadurch, dass ein neuer Schwerpunkt gesetzt wird. Wir beziehen uns und bleiben doch wir selbst und hören auf, faule Kompromisse zu machen. Das heißt ja nicht, dass man dann ins Gegenteil geht und sagt: « ich brauche nichts! » Nein, ich kann meine Bedürfnisse zeigen und dennoch dem anderen in Freiheit begegnen, ohne von seinem Wohlwollen abhängig zu werden. Durch die Zentrierung auf unser Hara werden wir nicht zum Mönch, der emotionslos ist oder den Emotionen feindlich gesonnen ist. Nein, die Emotionen sind im Hara integriert. Da ist ein Raum, der die Emotionen trägt.



Wie verbindet man sich mit dem Hara?

In dem man in den Bauch atmet, die Verbindung zur Erde spürt und den Körper beweglich hält. Es gibt viele Bewegungsabläufe im Tai Chi oder Qi Gong, bei denen man das üben kann. Das sind ja vorbereitende Übungen aus dem Kampfsport. Außerhalb der konkreten Kampfsituation übt man sich in seiner Präsenz. Je mehr man das geübt hat, desto besser kann dann bei sich bleiben, wenn man der wirklichen Gefahr begegnet. Und genauso kann man es üben in seiner Präsenz zu bleiben, wenn man dem cholerischen Chef gegenüber tritt. Es gilt die Verbindung mit der Erde zu halten.



Warum dreht man sich bei der Hara Meditation nach rechts?

In der nördlichen Hemisphere dreht sich Wasser nach unten in einer Linksspirale, also gegen den Uhrzeiger. Man kann es im Abfluss eines Waschbeckens gut beobachten. In der südlichen Habkugel unterhalb des Äquators dreht es sich nach rechts. Mit der Linksdrehung schließen wir uns an das natürliche Gravitationsfeld an.
Sufis benutzen beim Whirling auch die Linksdrehung, da sie eher erdend (nach unten führend) wirkt. Aber es gibt von Mensch zu Mensch individuelle Prägungen, die das Eine (Drehrichtung) leichter Erscheinen lassen als das Andere.
Zur Zentrierung gibt es auch die Möglichkeit sich nach rechts zu drehen. Der Hauptaugenmerk liegt hier letztlich bei der Verankerung in der eigenen Mitte, im Hara.


 

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